Karpaltunnelsyndrom
Kribbeln oder Taubheit in Daumen, Zeige- und Mittelfinger – oft nachts – kann auf ein Karpaltunnelsyndrom hindeuten. Dabei wird der Medianusnerv im Handgelenk eingeengt. In frühen Stadien helfen oft Schiene und Entlastung. Bei Kraftverlust oder anhaltender Taubheit sollte das zeitnah ärztlich abgeklärt werden.
„Beim Karpaltunnelsyndrom führen Kribbeln, Taubheit und Nachtschmerz oft zu großer Verunsicherung – in der Handwerkerei Wien klären wir die Ursache sorgfältig ab und begleiten Sie mit individueller Handtherapie und passenden Maßnahmen, damit Sie Handfunktion und Gefühl sicher zurückerlangen.“
OA Dr. Josef Porta, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie
Häufig gestellte Fragen
-
Beim Karpaltunnelsyndrom ist der Mittelnerv in einem engen Durchgang am Handgelenk, dem sogenannten Karpaltunnel, eingeengt. Ursache können eine chronische Überlastung, Entzündungen von Sehnenscheiden, Verletzungen, Wassereinlagerungen (z. B. in der Schwangerschaft) oder auch Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes sein. Häufig entwickelt sich das Karpaltunnelsyndrom schleichend über Monate oder Jahre.
Typische Symptome sind:
Kribbeln („Ameisenlaufen“) und Taubheitsgefühl in Daumen, Zeige- und Mittelfinger
nächtliche Schmerzen und Aufwachen mit „eingeschlafener Hand“
Schwäche beim Greifen oder Festhalten, z. B. Tasse oder Flasche
Unsicherheit bei Feinbewegungen (Knöpfen, Schreiben, Tippen)
im fortgeschrittenen Stadium sichtbarer Muskelabbau am Daumenballen
Anfangs verschwinden die Beschwerden oft wieder, später bleiben sie zunehmend bestehen. Unbehandelt kann ein dauerhaftes Nervenschaden entstehen, der auch nach einer Operation nur eingeschränkt rückgängig zu machen ist. Daher ist eine frühzeitige handchirurgische Abklärung wichtig.
-
In unserer handchirurgischen Praxis in Wien beginnt die Diagnostik mit einem ausführlichen Gespräch über Beschwerden, zeitlichen Verlauf, berufliche Belastungen und Begleiterkrankungen. Anschließend untersuchen wir die Hand gezielt:
Prüfung von Sensibilität in den betroffenen Fingern
Tests auf Druck- und Klopfschmerz über dem Karpaltunnel
Beurteilung von Kraft, Feinmotorik und Daumenballenmuskulatur
Vergleich beider Hände, um die Ausprägung besser einschätzen zu können
Zur Sicherung der Diagnose und Einschätzung des Schweregrads wird häufig eine elektrophysiologische Untersuchung (Nervenleitgeschwindigkeit) durch einen Neurologin empfohlen. Bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder Röntgen können sinnvoll sein, wenn zusätzliche Ursachen wie Arthrose, knöcherne Veränderungen oder Raumforderungen vermutet werden. Auf dieser Basis entscheiden wir gemeinsam, ob vorerst konservative Maßnahmen ausreichen oder ob eine Operation sinnvoll und notwendig ist.
-
Die Wahl der Behandlung hängt vom Stadium, der Dauer der Beschwerden und den individuellen Anforderungen im Alltag oder Beruf ab.
Konservative Therapie
In frühen oder leichten Stadien können folgende Maßnahmen Linderung verschaffen:nächtliche Ruhigstellung mit einer speziellen Handgelenksschiene
Entlastung und Anpassung von belastenden Tätigkeiten (z. B. Computerarbeit)
entzündungshemmende Medikamente oder lokale Infiltrationen (wenn angezeigt)
begleitende Handtherapie zur Entlastung und Stabilisierung
Wenn die Beschwerden trotz konservativer Behandlung fortbestehen oder schon deutliche Gefühlsstörungen und Kraftverlust vorliegen, ist häufig eine Operation zu empfehlen.
Operative Behandlung (Karpaltunnelspaltung)
Bei der Operation wird das einengende Band über dem Karpaltunnel (Retinaculum flexorum) durchtrennt, um dem Mittelnerv dauerhaft mehr Platz zu verschaffen. Der Eingriff erfolgt meist in Regional- oder Lokalanästhesie, oft tagesklinisch. Ziel ist, die Beschwerden zu lindern und weiteren Nervenschaden zu verhindern.Nachsorge und Handtherapie
Nach der Operation ist eine frühzeitige, aber kontrollierte Mobilisation der Finger wichtig. Eine kurzzeitige Schonung des Handgelenks wird mit gezielten Übungen kombiniert, um Schwellung und Narbenbildung zu reduzieren und die Beweglichkeit zu erhalten. Die Handtherapie bzw. Ergotherapie unterstützt den Heilungsverlauf mit individuellen Übungen, Narbenbehandlung und Anleitung für den Alltag. Je früher das Karpaltunnelsyndrom erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Chancen, dass Gefühl und Kraft in der Hand wieder weitgehend zurückkehren.

